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Nokia: Raubtierkapitalismus oder wirtschaftliches Handeln?

13. Januar 2009

Die Werksschließung des Bochumer Nokiawerks ist vielen sicherlich noch ein Begriff. Wut und Enttäuschung macht sich über die ganze Republik hinweg breit und einige Konsumenten überlegen sogar, einen Boykott gegen Produkte von Nokia durchzusetzen. Doch was bringen solche vereinzelten Trotzreaktionen in einer kapitalistischen Welt?

Eigentlich nicht viel. Vermutlich haben die betreffenden Manager so etwas sowieso in ihre Berechnungen eingeplant. So traurig es ist dass hier ein eigentlich wirtschaftlich arbeitendes Werk zu Gunsten einer Rumänischen Niederlassung mit zukünftig 3500 Mitarbeitern geschlossen werden musste und so viele tausend Arbeitsplätze verloren gingen, vermutlich war die Entscheidung für den Konzern Nokia wirtschaftlich sinnvoll und wohl durchdacht.

Woran man allerdings durchaus Kritik üben kann ist der moralische Aspekt. Hier hat eventuell Nokia selbst auch so manche Nachwirkung nicht mit einkalkuliert. Es wirft nicht gerade ein gutes Licht auf einen Konzern, wenn er so handelt dass zunächst jede Menge Fördergelder abgegriffen werden, dann Vertrauen und Hoffnung gegenüber Mitarbeitern aufbaut und schlussendlich so handelt. Klar, die Arbeitskräfte in Rumänien werden um einiges günstiger sein und müssen dort sicherlich auch nicht in dem Maße sozialversichert werden wie in Deutschland.

Die Menschen dort werden froh sein überhaupt irgendeine Art Job zu haben. Aber die Wirkung auf den deutschen Konsumenten, der sicherlich prozentual mit zu den bedeutendsten Kundenkreisen von Nokia Produkten zählen wird, wird nach Meinung vieler Experten erheblich unterschätzt. In den Köpfen vieler Menschen existiert beim Markenname Nokia jetzt nur noch ein Bild der vielen Arbeitlosen und geplatzten Hoffnungen. Es ist kaum abzusehen, wie sich so etwas auf dem Markt und den Verkauf der Produkte auswirken wird.

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